Abschlussbericht der ersten Zukunftsblick Bulli-Tour 2017

Juhuu, wir haben es geschafft!
Nach 76 Schulen, über 200 Klassen und mehr als 3000 Schüler*innen kam der Zukunftsblick-Bulli wieder heile in Karlsruhe an.
Schöne Sommerferien euch allen und für alle Freiwilligen die jetzt starten: Genießt das Leben, Begegnet Menschen und gestaltet Freiheit!
… und an die gesamte Zukunfsblick Bulli-Crew : Ein Dickes Dankenschön!

Schüler mit Bulli an der Waldorfschule Frankfurt (Oder)

Warum machen wir das?

Seit der Zivildienst für männliche Jugendliche nicht mehr vorgeschrieben ist, nimmt die Bereitschaft und der Mut, sich ein Jahr Pause zu gönnen, um sich selbst, seine Ideale und Fähigkeiten zu finden, an Schulen generell ab. Die Möglichkeit organisierter Friedens- und Freiwilligendienste im sozialen, anthroposophischen Bereich ist kaum bekannt, auch unter Frauen. Der Frage, was kommt nach der Schule, wird vielerorts für Schüler*innen nicht ausreichend Raum gegeben. Stattdessen vermittelt der Notendruck und eine leistungsorientierte Bildung, die Wirtschaft und Gesellschaft als starres System darstellt – als Überlebenskampf jeder gegen jeden, den Eindruck, als könnte man als Mensch durch Menschlichkeit nichts bewirken. Dagegen richten sich die ehemaligen Freiwilligen der Inititive Zukunftsblick, die mit genau der gegenteiligen Erfahrung aus der ganze Welt zurückgekehrt sind.

Betreute, wie Valentina aus Kolumbien, werden über das Jahr zu dicken Freunden. Die Möglichkeit, während der Tour unsere lieb gewonnenen Menschen vorstellen zu können, lässt uns ein Stück in unser unvergessliches Jahr zurückreisen.

Wir wollen:

  • Räume schaffen an Schulen, wo die eigene und die gesellschaftliche Zukunft offen besprochen werden kann.
  • Möglichkeiten für ehemalige Freiwillige schaffen, ihre Ideen und Impulse in unsere Gesellschaft ein zu bringen und dabei ihre Erfahrungen weiter zu reflektieren.
  • Die persönlichen Entwicklungs- und Wachstumspotentiale durch einen Freiwilligendienst bekannter und anerkannter machen.

Zwei ehemalige Freiwillige sind meist für eine Wochen den Zukunftsblick-Bulli gefahren, der alle Workshopmaterialien enthielt und haben an Schulen von ihren sozialen und interkulturellen Erfahrungen berichtet. Dort wo mehr als zwei Stunden Zeit zur Verfügung stand, haben sie „Berufungsworkshops“ angeboten. Wenn uns mindestens ein Tag zur Verfügung stand (oder sogar  drei) haben wir Youth Leadership Ideen- und Projektwerkstätten durchgeführt.

Lasse und Benthe beim Start der Tour in Karlsruhe

Dazu haben wir:

  1. … von unseren Freiwilligendiensten erzählt und dabei interkulturelle Erfahrungen greifbar werden lassen.
  2. … in Berufungsworkshops durch Peer-to-Peer coachings die gegenseitigen Fähigkeiten erkundet.
  3. … uns mit entwicklungspolitischen Themen wie der Flüchtlingsthematik, Frieden, solidarischer Wirtschaft und ökologischen Landbau beschäftigt.
  4. … Während Youth Leadership Workshop und Projekttagen Ideen entwickelt und Initiativen konzipiert, um am Wandel der Welt mit zu wirken.

Es haben 70 Erfahrungsberichte, 10 Berufungsworkshop, 4 Entwicklungspolitische Bildungsworkshops, 6 Youth Leadership Projektentwicklungsseminare und 5 Messestände auf Schülerinformationstagen stattgefunden.

Übernachtet haben die Ehemaligen im Bulli. Gegessen wurde in den Schulen.

Schüler der Waldorfschule Havelhöhe in Berlin.

Alles begann schon 2016

  • Ab Oktober 2016: Aquirierung der Schulen und Ehemaligen
  • Von März bis Juli 2017: Durchführung der 76 Schulbesuche mit über 3000 Schüler*innen.
  • Im März und im Juli: Durchführung von Erzählteamerschulungen zur Vorbereitung und Auswertung der Tour
  • Im September: Einsammeln und Auswerten des Feedbacks der Schulen

Die Ehemaligen waren sehr engagiert dabei. Durch die Entfernung zum Büro waren sie mit Auto und den Pädagogischen inhalten oft auf sich alleine gestellt und mussten Herausforderungen selbstständig meistern. Es war sehr erstaunlich, wie gut das klappte.

Die Schüler nahmen, mit wenigen Ausnahmen, sehr engagiert teil. Disziplinarische Probelem hatten wir nie. Wir konnten aber feststellen, dass das Engagement der Schüler*innen stark mit der zeitlichen Platzierung im Schualtag zusammen hing.

Der Bulli an der Nordsee

Das stieß auf Resonanz

Wo immer  Erfahrungsberichte und Workshops stattfinden konnten, waren die Schüler*innen und Lehrer*innen sehr begeistert. Ein Großteil der Klasse hat unsere Präsentationen stehts als sehr interessant befunden. Auf einer Skala von 1 bis 10 gaben die Schüler, auf die Frage „Wie Interessant war das Thema für dich?“ im Schnitt 7,7 an. Auf die Frage „Wie haben die Workshop-Leiter*innen das Thema vermittelt?“ antworteten sie mit 8,3. „Würdest du den WS weiter empfehlen?“ wurde ebenfalls im Schnitt mit 8 bewertet. „Möchtest du einen Freiwilligendienst machen?“ beantworteten sie im Schnitt mit 6. Alle Lehrer*innen gaben an, uns spätestens in zwei Jahren wieder an ihre Schule einladen zu wollen.

Die Waldorfschule Everwinkel hat sogar unseren Ehemaligen Taco Liermann nach seinem Berufungsworkshop für das kommende Schuljahr für einen wöchtenlichen Schülerkurs zu Berufung und Projektentwicklung angestellt.

Die ehemaligen Freiwilligen wollten, zeitliche Verfügbarkeit vorausgesetzt, fast ausnahmslos wieder auf Bulli-Tour gehen.

Bogotá – das Foto eines Ehemaligenberichts.

Unsere Wirkung

Den offenen Rahmen, den wir in den Schulen geschaffen haben, hat vielen Schüler*innen die Augen für die Möglichkeiten nach der Schule geöffnet und Mut gemacht, einen eigenen Lebensweg zu gehen. Wir rechnen also zum einen mit mehr Schüler*innen, die sich in einem Sozial- oder Friedensdienst engagieren. Zum anderen hoffen wir auch, dass durch die Ermutigung in den Youth Leadership Workshops, unsere Teilnehmenden mit Kreativität und Vertrauen ihre Ideen, besonders im nachhaltigen, sozialen und entwicklungspolitischen Bereich, verwirklichen werden.

Der Zukunftsblick-Bulli an der Waldorfschule in Leipzig.

 

Die Fragen von Schüler*innen und Lehrer*innen nach unseren Veranstaltungen, in wie weit wir Schülergruppen mit ihren Potentialen und Ideen weiter begleiten können, sei es wie Taco in Everswinkel in Form einer Berufungs-AG oder darüber hinaus als Schülerfirmen-Initiative zeigt, dass wir hier einen offenen Zugang gefunden haben, der dem Interesse der jungen Menschen Raum gibt, um unternehmerische Zusammenhänge und Impulse im Sozialen zu entdecken und zu gestalten.

Als Freiwilliger wachsen Freundschaften in ganz andere Lebensumstände hinein.

2018 geht es weiter

Wir werden solch eine Tour in jedem Fall wieder durchführen und vielleicht sogar mit folgenden Optimierungen noch besser werden:

  • Wir werden versuchen, die Durschnitts-Bulli-Zeit eines Ehemaligen auf zwei bis drei Wochen zu erhöhen und dabei versuchen, dass bei jedem Wechsel ein Crewmitglied an Board bleibt und die Erfahrungen weitergibt.
  • Wir werden alle Schulen zwei Wochen vor unserem Besuch nochmal erinnern.
  • Wir werden in Zukunft nur von März bis mitte Juni fahren, um nicht auf die Prüfungszeiten der Schulen zu treffen und auch bei unseren Ehemaligen nicht in Konkurrenz zu den universitären Abschlüssen zu kommen.
  • Wir werden im kommenden Jahr vier zusätzliche regionale Fortbildungen machen, wo sich die Crews weiterbilden und Erfahrungen weitergeben können und so hoffentlich auch insgesamt mehr Freiwillige erreichen.

Zukunftsblick-Bulli-Tour 2018: Wer ist dabei?

Wer steht dahinter?

Geleitet und betreut hat das Projekt Helmut Wolman, der selbst als Freiwilliger über die Freunde der Erziehungskunst 2010 in Brasilien war und seither in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv ist.

Projektteilnehmende waren auf der einen Seite ehemalige Freiwillige der Freunde der Erziehungskunst und auf der Anderen Oberstufenschüler*innen, größtenteils von Waldorfschulen.

Die Tour ging durch ganz Deutschland ausgehend von Karlsruhe. Eine Übersicht der einzelnen Schulen befindet sich im Anhang.

Folgende Schulen waren beteiligt:

Parzival-Zentrum Karlsruhe; BDFWS Kirchentag; Bildungsvielfalt Demo und BildungsArt; Freie Schule Elztal; FS Evinghausen; FS Friedrichshulde; Goetheanum; Horizon Freiburg; Jugend Symposium Kassel; Kongress Soziale Zukunft; LOG Bruchköbel; Oberstufenlehrertagung; Regiotreffen Münster; Schloss Tempelhof; SEZ Jugendf. z. Entw.po.; Tobias Schule Bremen; Werkstatt; WS Aalen; WS Berlin-Havelhöhe; WS Berlin-Kreuzberg; WS Berlin-Südost; WS Biberach; WS Colmar; WS Darmstadt; WS Detmold; WS Dietzenbach; WS Dinslaken; WS Dresden; WS Eckernförde; WS Emmendingen; WS Erfurt; WS Erlangen; WS Everswinkel; WS Evinghausen; WS Frankenthal; WS Frankfurt (Oder); WS Freiburg-St.Georgen; WS Freudenstadt; WS Gladbeck; WS Göppingen; WS Hamburg-Altona; WS Heidenheim; WS Heilbronn; WS Hildesheim; WS Hof; WS Karlsruhe; WS Karlsruhe; WS Landsberg; WS Leipzig; WS Loheland; WS Lübeck; WS Mannheim-Neckarstadt; WS Müllheim; WS München-Ismaning; WS Neuenrade; WS Nürnberg; WS Nürtingen; WS Offenburg; WS Rosenheim; WS RSS Witten; WS Saarbrücken; WS Schwäbisch Hall; WS Schwerin; WS Siegen; WS Stade; WS Straßbourg; WS Tübingen; WS Ulm-Illerblick; WS Ulm-Römerstraße; WS Vill.-Schwenningen; WS Witten BV; WS Wöhrden; WS Würzburg;

Die die Zukunftsblick-Bulli-Crew 2017
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